Franek Haschke
Franek Haschke

23./24.06.2007: Europacup in München – Platz 2 und 3 für die DLV-Athleten

Licht und Schatten für Franek Haschke und Carsten Schlangen

 

Erstmalig konnte die LG NORD gleich zwei Europacupteilnehmer für die DLV-Mannschaft stellen. Erster EC-Starter am Samstag von den beiden Nordjungs war Franek Haschke über die 1500m. Trotz des regnerischen Wetters hatte der DLV einen guten Lauf und konnte die Schmach vom Vorjahr in Malaga vergessen machen. Bei den Männern sorgte Eike Onnen durch seinen Hochsprungsieg mit 2,30m und Christina Obergföll durch ihren Speerwurfsieg bei den Frauen mit neuem Europarekord von 70,20m für die Highlights und verbreiteten gute Stimmung im deutschen Team. Da wollte auch Franek nicht nachstehen und ging die erste Runde als Führender in 65,07min ganz locker an. Schnell war klar, dass sich dieser Lauf zu einem reinen Taktiklauf entwickeln würde. Von nun an hielt sich Franek geschickt immer im Vorderfeld und konnte dann im entscheidenden Schlussspurt hinter dem favorisierten Franzosen Mehdi Baala seine ganze Routine und Erfahrung ausspielen und somit einen sehr guten dritten Platz herauslaufen. Die Zeit von 3:48,54min spielte dabei am Ende überhaupt gar keine Rolle. Er verbesserte sich damit gegenüber seinem EC-Einsatz vor einem Jahr in Florenz um zwei Plätze nach vorne. Franek sagte dazu selbst im Flash-Interview auf Leichtathletik.de:

 

Das war super. Ich wusste, dass ich heute sehr stark bin. Ich wollte deshalb mit Mehdi Baala und Andy Baddeley mithalten. Der dritte Platz ist ein gutes Ergebnis für mich. Damit ist auch die Revanche für die EM 2002 gelungen, damals war ich hier in München im Vorlauf rausgeflogen.

 

Ganz anders erging es leider Franeks Trainingskamerad Carsten Schlangen bei besseren Wetterbedingungen am Sonntag. Er war mit großen Hoffnungen in die 3000m gestartet, schließlich hat er auch auf der Überdistanz eine Bestzeit von 7:51,17min stehen. In diesem Jahr war er die 3000m in der Freiluft jedoch noch nicht gelaufen, eine Tatsache die vielleicht als mögliche Erklärung für seinen Einbruch auf dem letzten Kilometer herhalten kann. Letztlich entscheidet manchmal die Tagesform und auch Carsten wird sich seinen Einbruch nicht wirklich erklären können. Mit 8:33,27min wurde Carsten nach seinem couragierten Rennbeginn (erster Kilometer in 2:36min) am Ende von allen überspurtet und musste auf den letzten fünf Metern trotz großen Kampfes und sichtbarer Koordinationsschwierigkeiten auch noch den vorletzten Platz abgeben und konnte letztlich als achter und letzter nur einen Punkt für das DLV-Team holen. Diese Tatsache ist umso bitterer als zum einen klar ist, dass Carsten viel besser laufen kann und zum anderen genau dieser eine Punkt (und natürlich theoretisch auch jeder andere Punkt der anderen DLV-Starter) am Ende zum Gesamtsieg des DLV-Männerteams fehlte. So belegten die Männer am Ende mit 116 Punkten punktgleich den zweiten Platz, weil die Franzosen bei gleicher Anzahl an Einzelsiegen mehr zweite Plätze für sich verbuchen konnten als die DLV-Mannen. Die Frauen konnten am Ende einen guten dritten Rang belegen. Gegenüber dem Vorjahr in Malaga, wo man noch achter und fünfter geworden war konnte sich der DLV im Münchener Olympiastadion alles in allem stark verbessern.

Auch Carsten wird den Kopf nicht hängen lassen, die Saison bietet noch einige spannende Herausforderungen für ihn und seine Laufkumpels. Nur wenige Stunden nachdem er völlig ausgepumpt auf dem Rasen gekniet gelegen hatte und von den Sanitätern sorgsam auf die Beine gebracht werden musste, konnte man bei hauptstadtlaeufer.de schon lesen, dass er aus dieser Niederlage seine Lehren für die Zukunft ziehen wird:

 

“Wage, und die Welt gibt immer nach, wenn sie manchmal trotzdem zurückschlägt, wage es aufs Neue, und du wirst sehen, sie ordnet sich unter. ” (W. M. Thackeray)

 

Man darf dabei auch nicht vergessen, dass Carsten bei Weitem noch nicht über die internationale Erfahrung verfügt, wie zum Beispiel Franek, der dieses Jahr alles richtig machte und seinerseits die Scharte von der EM 2002 auswetzte. So ist der Sport.

 

Disziplin

Name

Leistung

Platz

1500m

Franek Haschke (80)

3:48,54min

3.

3000m

Carsten Schlangen

8:33,27min

8.